Königliche Strategien
So, den ersten Spieltag mit einem Feld von 2.138 Spielern hab ich überlebt. Um 3 Uhr morgens und nach 6 Leveln waren weniger als 800 Teilnehmer noch dabei, alle müde, abgekämpft und froh dass der Tag vorbei war. Die erste Information war, dass wir bis zu 900 runterspielen, dann kam gegen Mitternacht die Entscheidung volle 6 Level spielen zu lassen, egal wieviele noch dabei sind.

Leider ich hatte mir die Strategie zurechtgelegt “nur” unter die letzten 900 kommen zu wollen. Na ja was solls, neue Info = neue Strategie. Mir stand also nach 12 Stunden Spiel und 900 verbliebenen Spielern doch noch ein weiterer Level bevor. Ich hatte bis zu der neuen Info genau mein Ziel erreicht und meine 25.000 Chips über Stunden gehalten. Genau Durchschnitt und gut genug um am 2. Spieltag ausgeruht loslegen zu können. Ich hatte ja einen Horrortrip hinter mir und ungefähr 3 Tage nicht geschlafen.
Ok, also ran an den letzten Level. Gleich die erste Hand nach der Pause ging so richtig schön nach hinten los: Ein Spieler in mittlerer Position macht einen Standard-Raise. Ich sitze auf dem Big Blind und schau in Pocket Kings. Nach Stunden die erste spielbare Hand. Nice. Ich erhöhe um das 4-fache, mache also ein richtig fettes Reraise. Der Ursprungs-Raiser, Typ Kalifornischer Bullenreiter, denkt kurz nach und bezahlt. Mir wars recht, Pocket Kings sind ja ausbaufähig.
Es sei denn, es kommt ein Flop mit A 9 9, zwei davon in Karo.
Ich muss zuerst sprechen und spiele ordentlich an, in der Hoffnung, das er sofort wegwirft. Nö, er zahlt und zwar zügig. Mmmmmh. Turn Karo 7. Da ich kein einziges Karo hab (Frechheit…..lol) und sich meine Holecards nicht in Asse verwandelt haben stimmen mich das Board und seine Calls pre- und postflop etwas misstrauisch. Ich hab mittlerweile über 5000 in den Pot investiert und mich nicht verbessert. Ich checke und schliesse mit der Hand ab. Er spielt an, ich passe.
Wenn das so weitergeht, denke ich, mach ich nie wieder ne Strategie für so einen Event. Ich hätte mir für 2 Stunden zusätzliche Spielzeit mehr “Polster”, sprich Chips anlegen müssen um genau so eine Situation gut aushalten zu können. Aber da war ich dann deutlich unter 20.000 und hatte noch 120 min mit 200/400 Blinds und 50 Ante vor mir.
Nach 3 weiteren RedBull und 1 Liter dünnem Ami-Kaffee im Wechsel bekomme ich wieder KK auf dem Button. Ein durchgeknallter Israeli (sehr nett übrigens, leider nur auf “Tilt”) raist ziemlich fett UTG. Ich mache eine schnelle Entscheidung und setzte ihn all-in. Falls ich die Hand verliere bleiben mir noch klägliche 2.000. Showdown: Er zeigt AK off wie erwartet und ich hab ne gute Chance mich fast abzudoppeln. Bevor das Board gegeben wird halte ich mir unter allgemeiner Erheiterung die Augen zu. Ich höre wie der Flop auf den Tisch klatscht und ein lautes “OHHHAHH”. Scheisse, denke ich, wie immer kommt ein Ass wenn mans nicht braucht. Aber dann tippt mich mein Nachbar an und sagt “You are safe”, ich nehme meine Hände vom Gesicht und sehe einen König im Board. Upps, das war unerwartet. Also back to 25.000 Chips mit denen ich auch den Tag abschliesse.









